Frühling im Zoo Osnabrück: Jungtiere kommen zur Welt

Nachwuchs bei Guteschafen, Vielfraßen und Schweinsaffen

Frühling im Zoo Osnabrück: Die Pelikane erobern ihre Außenanlage und Jungtiere entdecken ihr Zuhause. Bei den Guteschafen kam passend zu Ostern ein Lamm zur Welt und ein kleiner Vielfraß geht bald auf Erkundungstour. Jetzt berichten auch die Zoopädagogen wieder während der Ferien und an den Wochenenden an den Gehegen über das Familienleben im Tierreich. Für Besucher lohnt sich nun der Kauf einer Jahreskarte, die sich bereits mit dem zweiten Besuch rechnet.

Osterüberraschung bei den Guteschafen: An Gründonnerstag wurde ein kleines Lämmchen bei den Schafen in der nordischen Tierwelt „Kajanaland“ geboren. „Morgens erwartete unsere Tierpfleger eine kleine Osterüberraschung im Stall der Guteschafe. Mutter Strössel kam bereits tragend aus Schweden zu uns und bekam ihr Lämmchen nun genau passend zu Ostern“, berichtet Andreas Wulftange, wissenschaftlicher Kurator im Zoo Osnabrück.

Im November 2017 zogen die fünf weiblichen Guteschafe in den Zoo Osnabrück. Das kleine Lamm ist zwar erst wenige Tage alt, aber bereits sehr neugierig: „Unsere Tierpfleger haben direkt überprüft, wie es dem Jungtier geht und auch nach dem Geschlecht geschaut: ein kleiner Bock. Der Kleine ist sehr fit und erkundet sein neues Zuhause schon auf eigene Faust. Zwischendurch ruft er aber auch immer wieder nach seiner Mutter und eilt zu ihr zurück“, schmunzelt Wulftange.

Vielfraßnachwuchs bald für Besucher zu sehen
Direkt gegenüber der Guteschafe bei den Vielfraßen gibt es ebenfalls Nachwuchs: Noch lebt das Jungtier gemeinsam mit seiner Mutter Vilja in einer geschützten Wurfbox im hinteren Bereich der Anlage in „Kajanaland“. Dort kümmert sich die Mutter um ihren Schützling und säugt den Familienzuwachs regelmäßig, während Vater Loki Abstand halten muss. Zu den Fütterungszeiten verlässt Vilja die Box, um sich zu stärken: „Vilja hat momentan einen gesunden Appetit und frisst deutlich mehr als sonst. Das ist auch gut so, denn die zusätzliche Energie benötigt sie zum Beispiel für die Milchproduktion“, erklärt Wulftange. „Bald geht der Nachwuchs auf die ersten Erkundungstouren. Dann können auch Besucher einen Blick auf das kleine Raubtier erhaschen.“ Vielfraße gehören zur Familie der Marder und sind bei der Geburt fast komplett weiß. Erst mit der Zeit färbt sich ihr Fell bräunlich bis schwarz.

Kleiner Schweinsaffe klammert an Mutter
Ein weiteres Jungtier können Besucher bei den Schweinsaffen auf dem Affentempel in der asiatischen Tierwelt „Angkor-Wat“ entdecken: Das Männchen kam Ende Februar zur Welt und wird momentan noch von seiner Mutter geschützt vor dem Bauch getragen. Gut erkennbar ist der kleine Schweinsaffe an den dunklen Kopfhaaren, die sich deutlich vom helleren Bauchfell der Mutter abheben. In den nächsten Wochen wird der Nachwuchs immer selbstständiger und entfernt sich dann auch öfter von seiner Mutter. „Für die Tiere im Zoo ist es wichtig Nachwuchs zu bekommen, da die Jungtieraufzucht eine wertvolle Erfahrung und Beschäftigung für sie ist. Gleichzeitig können unsere Pädagogen den Besuchern so das Familienleben im Tierreich näher bringen“, so Wulftange.

Rosapelikane zurück auf der Wiese
Auch die Rosapelikane heißen den Frühling willkommen: Die zehn Vögel eroberten am gestrigen Mittwoch wieder die Pelikanwiese gegenüber der Pinguinanlage. Während der Wintermonate bleiben die eigentlich in Asien und Afrika beheimateten Vögel lieber im warmen Pelikanhaus. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, können die Pelikane wieder auf die grüne Wiese. Mit dabei ist auch der Pelikannachwuchs vom letzten Jahr, der gut an der etwas geringeren Größe und dem leicht gräulichen Gefieder zu erkennen ist. 2017 hatten die Pelikaneltern Joschka und Cira erstmals ein Küken selbst aufgezogen. Anhand von kleinen Federn, die die Tierpfleger jetzt sammeln konnten, soll nun mithilfe eines DNA-Tests das Geschlecht des knapp ein Jahr alten Pelikans ermittelt werden.

Bereits beim zweiten Zoobesuch sparen
Wer die Pelikane, Vielfraße und Co. besuchen möchte, erfährt an den Wochenenden, während der Ferien und an Feiertagen zusätzlich interessante Fakten zu den Zoobewohnern: An vielen Tiergehegen warten Zoopädagogen auf die Besucher und berichten spannende Geschichten über die Tiere, zum Beispiel bei den Vielfraßen immer samstags und sonntags um 15:45 Uhr. Alle Zeiten gibt es online unter www.zoo-osnabrueck.de oder an der Zookasse. Für Zoofans lohnt sich die Jahreskarte 2018 für den Zoo Osnabrück: Diese rechnet sich bereits mit dem zweiten Zoobesuch. Weitere Infos auf www.zoo-osnabrueck.de.

Wissenswertes zu Guteschafen
Guteschafe gelten als die älteste schwedische Schafrasse. Zu Beginn der 1920er Jahre wurden die damals verbreiteten Freiweideschafe, die vom Typ dem Guteschaf entsprachen, in Richtung des heutigen ungehörnten Gotlandschafes umgezüchtet. Um die Rasse der gehörnten Freiweideschafe dennoch zu bewahren, wurden die letzten verbliebenen Tiere dieser Rasse zusammengeführt. In den 1940er Jahren gab es lediglich noch rund 15 Exemplare der gehörnten Freiweideschafe, von diesen Tieren stammen die heutigen Guteschafe ab. Die Hausstierrasse gilt aktuell als bedroht.

Wissenswertes zu Vielfraßen (Gulo gulo)
Der rund 1 Meter lange und bis über 20 Kilogramm schwere Vielfraß ist ein außerordentlich kräftiges Tier aus der Familie der Marder. Ursprünglich stammen Vielfraße aus Skandinavien, Sibirien, Alaska und Teilen Kanadas. Dem Raubtier können sogar ausgewachsene Elche zum Opfer fallen, wenn auch nur alte und schwache Individuen. Auch wenn die Nahrung im Winter knapp ist, macht der Vielfraß keine Winterruhe, sondern läuft mit seinen breiten Tatzen täglich lange Strecken um Beute zu machen oder Aas zu finden. Zwischen Januar und April werden in einem Bau ein bis vier Jungtiere geboren, die bis zum Herbst bei der Mutter bleiben.

Wissenswertes zu Rosapelikanen (Pelecanus onocrotalus)
Das Verbreitungsgebiet von Rosapelikanen reicht von Südosteuropa über Kleinasien bis nach Zentralasien und zum Westrand des Indischen Subkontinents sowie über ganz Subsahara-Afrika. Rosapelikan-Männchen erreichen eine Körperlänge von rund 175 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 15 Kilogramm. Weibchen erreichen eine Körperlänge von bis zu 148 Zentimetern und ein Gewicht von rund 9 Kilogramm. Täglich fressen die Vögel bis zu 1.200 Gramm Fisch. Sie fischen in Gruppen und nutzen Schnabel und Kehlsack dabei wie einen Kescher. Mit 3 bis 4 Jahren werden Rosapelikane geschlechtsreif.

Fotos Zoo Osnabrück (Svenja Vortmann, Sophie Bernhold).