Quakenbrück wird digitaler

Die Digitalisierung schreitet auch im regionalen Einzelhandel rasch voran. Der neue IHK-Digitalisierungsreport analysiert diese Entwicklung erstmals in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim und stellt dabei die Entwicklung der sieben sogenannten Mittelzentren, u. a. Quakenbrücks, in den Mittelpunkt.

„Mehr als ein Drittel des gesamten Einzelhandelsumsatzes der Region wird in den sieben Mittelzentren erwirtschaftet. Dies zeigt, welche Bedeutung diese Städte haben. Deshalb ist es auch so wichtig, sie bei der Digitalisierung des Handels zu unterstützen“, sind sich IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf und Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe einig.

Ergebnis der Analyse: Fast jedes befragte Unternehmen in der Region verfügt über eine Internetpräsenz (90 %) und ist damit zumindest sichtbar. Dass der Online-Handel im ländlichen Raum tatsächlich angekommen ist, zeigt, dass 28 % aller in der Region befragten Betriebe über eigene Online-Shops oder andere digitale Vertriebsformen verfügen. Dies gilt auch für Quakenbrücks Innenstadt: Der Anteil der Unternehmen mit Internetpräsenz liegt hier bei 75 %, rund ein Viertel der Unternehmen verfügt darüber hinaus über Online-Vertriebskanäle. Auch die Breitbandversorgung in höheren Bandbreiten (> 30 Mbit/s) ist überwiegend gegeben.

Parallel hatte die IHK die Nutzungsstruktur der Innenstadtimmobilien erhoben: Im Ergebnis liegen der Handelsbesatz in Quakenbrücks Zentrum bei 43 % und die Leerstandsquote bei 6 %.  Quakenbrück gehört damit zu den wichtigen Handelsstandorten im IHK-Bezirk. „Damit das so bleibt, müssen die Möglichkeiten digitaler Technologien mit den stationären Angeboten intelligent verknüpft werden“, so Graf und Poppe. 

Auch der Handel selbst sieht in den kommenden Jahren große Umwälzungen auf sich zukommen. Gleichzeitig verfügt über die Hälfte der von der IHK befragten regionalen Handelsunternehmen nach eigener Aussage noch über keine Digitalisierungsstrategie. Auch haben lediglich 12 % der Unternehmen ein ausgewiesenes Budget für Investitionen in die Digitalisierung. Als größte Hemmnisse wurden von den Betrieben Zeitmangel, erhöhter Schulungsbedarf sowie rechtliche Unsicherheiten genannt.

„Diese Ergebnisse belegen konkreten Handlungsbedarf“, so Graf. Ein Instrument: Der für August 2018 vorgesehene Ausbildungsberuf „Kauffrau/-mann für E-Commerce“, von dem auch die Einzelhändler in der Region profitieren würden. Graf kündigte an, dass die IHK die Digitalisierung des Einzelhandels in der Region in ihrem Projekt „Mittelzentren-Monitor“ aufgreifen werde. Ein solches Monitoring biete eine Grundlage sowohl für politisches Handeln als auch für Investitionsentscheidungen des Einzelhandels.

 
Zum Bild: Artlands Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe, IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf, Wirtschaftsförderin Katharina Vater, IHK-Geschäftsbereichsleiterin für Standortentwicklung, Innovation und Umwelt, Anke Schweda, und Erster Samtgemeinderat Frank Wuller.