„Das Thema rüberbringen“: TERRA.vita-Praktikantinnen suchen neue Wege der Wissensvermittlung

„Steine? Zum Gähnen langweilig!“ „Erdgeschichte? Wozu muss ich das wissen?“ So lauten mitunter die Reaktionen auf geologische Texte und Erläuterungen. Es ist also nicht immer leicht, die Menschen für die Kernthemen des UNESCO-Geoparks TERRA.vita zu begeistern. Wie das dennoch gelingen kann, damit beschäftigten sich zwei Mitarbeiterinnen im Zuge ihres „Commerzbank-Umweltpraktikums“.

„Wer die innere Scheu gegenüber den Jahrmillionen und den gewaltigen Prozessen überwunden hat, den packt nicht selten die echte Begeisterung“, sagt TERRA.vita-Geschäftsführer Hartmut Escher. Hilfestellung dafür leisten die Umweltwissenschaften-Studentin Mariam El Hourani und die angehende Landschaftsökologin Kristina Behlert.

Bereits im Frühjahr befasste Mariam El Hourani intensiv mit den Verwendungsmöglichkeiten der Böden im Geopark-Gebiet: Aus Böden Farben herstellen? Kein Problem! Leuchtendgelber Ocker oder tiefschwarze „Kreide“ wurden hier schon früher im großen Stil abgebaut. In entsprechenden Malkursen ließe sich dieses Thema aufgreifen. Auch Ton zum Töpfern kommt im Gebiet vor, sogar eine Nutzung bestimmter Böden als Heilerde oder zum Schminken wäre denkbar. Unter dem Titel „Boden tut gut“ trug die 26-jährige viele Ideen zusammen, wie man Menschen für die Erde und ihre Schätze begeistern kann.

Im Sommer schloss sich Kristina Behlert an. Während ihres dreimonatigen Praktikums entwickelte sie die Grundlagen für eine neuartige Karte, die ohne viel „Fachchinesisch“ einen Überblick darüber gibt, wie das Naturparkgebiet unter der Erde aufgebaut ist. „Damit können auch Laien einen Einblick bekommen, denn bei aller Vielfalt ist der geologische Aufbau der Landschaft meist gar nicht so kompliziert wie man vielleicht denkt“, beschreibt Behlert die Gegebenheiten.

Christian Weber, Leiter der Commerzbank-Geschäftsstelle in Osnabrück staunt über die Kreativität der angehenden Wissenschaftlerinnen: „Ich bin immer wieder verblüfft, was man hier in der Umgebung alles entdecken kann“.
Nun gilt es, die Projektideen weiter voranzutreiben und schließlich umzusetzen. Denn mit der Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg wirft bereits das nächste Großprojekt seinen Schatten voraus: „Hier werden voraussichtlich die nächsten Praktikanten zum Einsatz kommen“, sagt Praktikumsbetreuer Timo Kluttig. „Die Bewerbungsfrist für das Umweltpraktikum läuft bereits“.

Kristina Behlert ist eine der beiden Praktikantinnen, die ein „Commerzbank-Umweltpraktikum“ beim UNESCO-Geoparks TERRA.vita absolviert hat. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war, eine Karte zu entwickeln, die den geologischen Aufbau der Landschaft vermittelt.
Foto: Landkreis Osnabrück/Kristina Behlert