Campusbier per Lastenrad

Die Corona-Pandemie macht erfinderisch. Das gilt auch für das Campusbier-Projekt der Hochschule Osnabrück. Statt eigener Abholung wird das Bier nun geliefert. „Der Lieferservice per Lastenrad schafft uns einen Absatzkanal, den wir in der jetzigen Situation brauchen, um unsere Produkte abseits vom Abholevent an die Kunden zu liefern“, erklärt Eric Raves vom Campusbier-Team. Vergangenes Jahr wurde das hochschuleigene Haster Bier erstmals in limitierter Auflage der Öffentlichkeit angeboten. Nun ist der Online-Verkauf über den Webshop www.campusbier.de wieder gestartet.

Ausgeliefert wird zunächst nur rund um den Campus Haste in den Postleitzahl-Gebieten 49088 und 49090 und unter Einhaltung der aktuellen Abstands- und Hygienemaßnahmen. Geliefert wird zwischen 17 und 20 Uhr für alle, die bis 13 Uhr bestellt haben und noch einen Auslieferungsslot ergattert haben. „Pro Tag können wir 15 Bestellungen ausliefern“, sagt Team-Mitglied Hermann Willoh, „dabei war uns besonders wichtig, dass die Auslieferung umweltfreundlich erfolgt und wir Studierenden aus dem Team sie selbst übernehmen können.“

Zusätzliches Angebot regionaler Produkte von Direktvermarktern

Neu ist auch die erweiterte Produktpalette im Onlineshop. Neben den Biersorten Haster Hell und Haster Dunkel gibt es ab sofort auch Produkte von Direktvermarktern aus der Region Osnabrück. Als Kooperationspartner konnten die Bäckerei Welp, der Forellenhof Nettetal, der Milchhof Gösling sowie die Landschlachterei Krischke gewonnen werden. Außerdem sind Eier vom Versuchsbetrieb Waldhof aus hochschuleigener Erzeugung im Angebot und unverpackte Lebensmittel des Anbieters „Unverpackt & Ausgeliefert“.

Und das soll in den kommenden Monaten noch erweitert werden: „Unsere Studierenden sind auf der Suche nach geeigneten hochschuleigenen sowie regionalen Produkten weiterer Kooperationspartner, die zu unserem Konzept im Campusbier-Shop passen“, sagt Dr. Ulrich Enneking, Professor für Agrarmarketing und Mitinitiator des Projekts. So sollen im Sommer beispielsweise Heidelbeeren und Äpfel aus eigenem Anbau angeboten werden. Im kommenden Wintersemester können sich Bierliebhaber außerdem auf eine neue Biersorte freuen: „Drei neue Rezepturen des Campusbiers werden momentan ausprobiert und reifen in den Bier-Tanks der Hochschule. Wir sind schon sehr gespannt auf den Geschmack“, erzählt Laboringenieur und Braumeister Andreas Schwartz.

Der Onlineshop mit Lastenrad-Auslieferung ist zunächst für vier Wochen geöffnet. Wenn alles gut läuft, sind eine dauerhafte Lieferung und eine Ausweitung des Liefergebiets auf das gesamte Stadtgebiet Osnabrück denkbar. „Wir schaffen mit der Erprobung einer Auslieferung per Lastenrad wichtige Grundlagen, die wir für die Ausweitung auf die ganze Stadt Osnabrück brauchen. Dabei sind vor allem die technischen Anforderungen an den Webshop und die Digitalisierung des Prozesses für uns wichtig“, erklärt Wirtschaftsinformatikprofessor Nicolas Meseth.

Zum Hintergrund:

Bereits seit 2009 hat die Hochschule Osnabrück ein eigenes Campusbier. Im Frühjahr 2019 konnte in Kooperation mit der Pott‘s Brauerei in Oelde zum ersten Mal eine große Menge Haster Hell und Haster Dunkel gebraut und über einen selbst entwickelten Onlineshop (www.campusbier.de<http://www.campusbier.de/) außerhalb der Hochschule angeboten werden. Im Campusbier-Projekt arbeiten derzeit rund 19 Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen Agrar/Lebensmittel unter der Leitung von sechs Lehrenden mit. Dabei lernen sie den gesamten Prozess von der Herstellung des Bieres bis zur Vermarktung kennen und erarbeiten alle Schritte des Prozesses zum größten Teil in Eigenregie.

Zum Bild: Die Studenten André Tepe und Eric Raves proben schon mal die Auslieferung des Haster Campusbieres. Ab Montag liefern sie Bestellungen des Hochschulbiers mit dem Lastenrad in Osnabrück aus.