Jugendberufsagentur lindert Qual der Berufswahl

Inzwischen sind sie ein eingespieltes Team an der Real- und Hauptschule Bad Iburg: Marina Mindrup, Ausbildungslotsin der MaßArbeit, Reinhard Wittke, Berufsberater der Agentur für Arbeit Osnabrück, die Schulsozialarbeiterinnen Verena Fehrlage und Zala El Darwich sowie Arbeit-Wirtschaft-Technik-Lehrer Sebastian Gottlöber verbessern seit März gemeinsam mit viel Engagement und einer Vielzahl von Projekten die Berufsorientierung der Acht-, Neunt- und Zehntklässler. Sie sind eins von landkreisweit mehreren Teams der „Jugendberufsagentur in der Schule (JBA).“

„Wir unterstützen Jugendliche aktiv im Übergang zwischen Schule und Beruf und beim Start in eine Ausbildung“, beschreibt Marina Mindrup. Wie notwendig das ist, macht Reinhard Wittke klar: „Bei mehr als 350 Ausbildungsberufen im dualen System sowie verschiedensten Möglichkeiten der schulischen Aus- und Weiterbildung brauchen Jugendliche richtig gute Orientierungshilfen“, so der Berufsberater.

Seit dem Start der Jugendberufsagentur an der Schule sind MaßArbeit und Arbeitsagentur gemeinsam unterwegs: Jetzt werden die Angebote aufeinander abgestimmt und in enger Zusammenarbeit mit der Schule umgesetzt. Dass sie dabei über die Schulhomepage für die Jugendlichen sicht- und erreichbar sein müssen, ist für Marina Mindrup und Ali Kocak selbstverständlich. „Doch wir stellen uns auch persönlich in jeder Klasse vor“, sagt Wittke, das baue Distanz ab.

„Unser oberstes Ziel ist es, die Berufswahlreife der Schülerinnen und Schüler herbeizuführen. Das bedeutet eine bewusste Entscheidung für Berufszweige oder weiterführende Schulen, die den Eignungen, Neigungen und der Leistungsfähigkeit des Einzelnen entspricht“, skizziert Pädagoge Sebastian Gottlöber. Die Jugendlichen sollen selbst ihre Stärken und Schwächen erkennen, eigene Erfahrungen im beruflichen Umfeld machen und Kontakt zu Unternehmen aufbauen: Eine Vielzahl von Projekten sowie regelmäßige Beratungen der JBA helfen dabei.

Nach wie vor gibt es dabei eigene Angebote der Agentur für Arbeit und der MaßArbeit. So erfolgt die Berufsberatung sowohl in der Schule, als auch in der Agentur für Arbeit: „Wir besprechen die beruflichen Vorstellungen des Jugendlichen, bei Bedarf erarbeite ich mit ihm Ausbildungsalternativen oder stelle ihm ganz individuell freie Ausbildungsstellen vor“, schildert Wittke.

Die Ausbildungslotsin der MaßArbeit bietet etwa den Workshop „Start in die Ausbildung“ an, der Jugendliche rund um Fragen zum Ausbildungseintritt berät. Außerdem kommt sie auch mit den Jugendlichen ins Gespräch, die noch ein bisschen mehr an die Hand genommen werden müssen: „Manchem fehlt auch in der neunten oder zehnten Klasse noch die richtige Idee, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Ich leiste dann individuelle Hilfestellung“, skizziert Marina Mindrup.

Viele gemeinsame Aktionen runden das Angebot ab: So findet in den achten Klassen ein Eltern-Schülerabend zum Thema Selbst- und Fremdeinschätzung statt, mit einem Test können die Schüler geeignete Berufe und Berufsfelder für sich ermitteln, es gibt für jeden Jugendlichen drei Einzelpraktikumstage als erstes Herantasten an eine mögliche Ausbildung und gemeinsam mit Unternehmen wird eine praktische Berufsweltorientierung in der Schule durchgeführt. In den neunten Klassen werden die Kontakte zu den Unternehmen dann deutlich vertieft, etwa durch zwei Praktika, den Besuch der Ausbildungsmesse „Azubis werben Azubis“ oder die Präsentation von Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten von Unternehmen.

Auch die Niedersächsische Landesschulbehörde wertet diese Zusammenarbeit sehr positiv: „Die Teams der Jugendberufsagentur unterstützen die Schülerinnen und Schüler hervorragend, die besondere Begleitung beim Übergang von Schulen in Ausbildung und Beruf benötigen. Dieser Ansatz von Schule, Agentur für Arbeit und MaßArbeit ist ein wunderbares Zeichen für die gemeinsame Verantwortung im Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf“, so Thomas Nachtwey, Fachberater für Berufsorientierung im Auftrag der Niedersächsischen Landesschulbehörde.

Engagieren sich als Team der Jugendberufsagentur in der Schule gemeinsam für eine verbesserte Berufsorientierung (von links): Verena Fehrlage, Schulsozialarbeiterin, Marina Mindrup, Ausbildungslotsin im Übergangsmanagement der MaßArbeit, Sebastian Gottlöber, Arbeit-Wirtschaft-Technik-Lehrer, und Reinhard Wittke, Berufsberater der Agentur für Arbeit Osnabrück.
Foto: MaßArbeit / Elvira Parton